Die neue Erweiterung GroupAlarm Things bricht mit starren, vorgegebenen Datenstrukturen im System. Anstatt feste Felder für vordefinierte Daten wie Fahrzeuge, Hydranten oder Sensoren zu liefern, können Organisationen ab sofort eigene Entitäten (Datenmodelle) definieren, diese mit individuellen Feldern ausstatten und nahtlos in ihre bestehenden Monitore, Alarmierungsprozesse und Flows integrieren.
Inhaltsverzeichnis
Flexibilität durch individuelle Datenfelder
Das Prinzip hinter GroupAlarm Things ist die maximale Anpassbarkeit bei minimalem administrativen Aufwand. Verantwortliche können für jede Entität genau die Datenfelder definieren, die sie für ihren Einsatzzweck benötigen. Hierzu stehen unter anderem folgende Feldtypen zur Verfügung:
- Text (z. B. für Namen, Seriennummern, Statusbeschreibungen oder Hinweise)
- Datum und Uhrzeit (z. B. für Prüffristen oder Termine, letzte Aktualisierungen)
- Dropdown-Listen und Checkboxen (z. B. zur Kategorien, Status, Auswahlfelder)
- Koordinaten (für standortbezogene Visualisierungen auf den Monitoren)
Von einfachen Inventaraufgaben bis zu Live-Daten: Einsatzszenarien
Die Einsatzmöglichkeiten von GroupAlarm Things sind vielseitig - von einfachen internen Organisationshilfen bis hin zu hochdynamischen, automatisierten Systemen.
1. Einfache Inventaraufgaben
Erfassen Sie Ausrüstungsgegenstände (z. B. Atemschutzgeräte, Gefahrstoffe, Schläuche oder Defibrillatoren) und nächsten Wartungstermine. GroupAlarm Things kann Fristen überwachen und bei Fälligkeit über Flows vollautomatisch Benachrichtigungen oder Aufgaben an Gerätewarte auslösen. Die Anzeige auf dem Monitor schafft zusätzliche Transparenz über z. B. nicht einsatzbereites Material.
2. Ortsbezogene Daten
Hinterlegen Sie z. B. Löschwasserentnahmestellen inklusive relevanter Parameter (wie Durchmesser, Durchflussmenge oder Zustand). Da die Einträge Koordinaten enthalten, werden sie automatisch auf den Monitoren und Karten visualisiert – beispielsweise im direkten Umkreis eines alarmierten Einsatzortes. Auch andere statische Daten lassen sich einpflegen, z. B. Informationen über AEDs, Bereitstellungsräume, Tankstellen mit Notbetrieb, Löschwasserbrunnen / Zisternen, Sirenen, Landeplätze, Gefahrstofflager etc.
3. Dynamische Daten via API
Ein zentraler Vorteil von GroupAlarm Things ist die flexible REST-API. Datensätze müssen nicht manuell gepflegt werden, sondern können über externe Skripte oder über die Flows in Echtzeit aktualisiert werden. Dabei ist jeder Eintrag in jeder Eintät eindeutig mit einer ID gekennzeichnet, um den Datenaustausch möglichst einfach zu gestalten.
- Echtzeit-Verkehrsinformationen: Externe Skripte können Baustellen, Vollsperrungen oder Staus von APIs (wie der Autobahn GmbH des Bundes) abrufen und als “Thing” in GroupAlarm einspeisen. Disponenten und Einsatzkräfte sehen Behinderungen sofort auf der Anfahrtskarte.
- Pegelstände und Wettersensoren: Lokale Wetterstationen oder Pegelmesspunkte an Flüssen können ihre Daten automatisiert an GroupAlarm senden. Überschreitet ein Wert eine kritische Marke, reagiert das System sofort und stößt vordefinierte Informations- oder Alarmierungsketten an.
- Fahrzeugortung: Externe GPS-Tracker von Einsatz- oder Servicefahrzeugen senden ihre Live-Koordinaten per API. Auf der Karte wird die Flotte in Echtzeit visualisiert – inklusive aktueller Geschwindigkeit, Tankfüllstand oder Laderaumtemperatur (wichtig z. B. bei Medikamententransporten).
- Live-Telemetrie & Drohnen (UAV): Drohnensysteme können während des Betriebs im Sekundentakt GPS-Koordinaten, Flughöhen, geschwindigkeit oder Akkustände an die API senden. Fällt der Drohnenakku im Flug unter 15 %, triggert das System via Flow eine kritische Push-Warnung an die Einsatzleitung, während der Marker auf der Karte zeitgleich die Farbe wechselt. Alle Sensorwerte stehen sofort live allen Beteiligten zur Verfügung und können zudem direkt automatisiert ausgewertet werden.
- Füllstände von Silos & Tanks: IoT-Ultraschallsensoren an Streugutsilos (Winterdienst) oder Treibstofftanks melden ihre Füllstände direkt an die API. Fällt ein Wert unter 15 %, wird der Eintrag im Dashboard rot markiert und ein automatischer Flow für die Logistik zur Nachbestellung ausgelöst.
- Gebäude- und Umgebungssensoren: Vernetzte Rauchmelder, CO2-Sensoren in Besprechungsräumen oder Feuchtigkeitssensoren in Archivkellern pushen ihre Live-Messwerte. Das Dashboard zeigt sofort den Zustand aller Liegenschaften an und benachrichtigt bei Grenzwertüberschreitung.
- Zusatzinformationen zum Einsatz: Aktuelle Schlüsselcodes, Ergebnisse von Drohnenerkundungen, Ansprechpartner, Hinterlegte Gebäudeinformationen können beim Alarm temporär angelegt und angezeigt werden, um im passenden Moment zur Verfügung zu stehen.
Integration in die Alarmierung und Flows
“Things” existieren nicht isoliert im System. Durch die Verknüpfung mit den GroupAlarm Flows können die hinterlegten Daten direkt als Bedingung oder Auslöser für Alarmierungen genutzt werden. Auch statistische Auswertungen über hinterlegte Kennzahlen sind direkt über das Dashboard möglich.
Protokollübergreifende Datenhaltung und Schnittstellen-Brücke
Über die reine Visualisierung hinaus fungiert GroupAlarm Things als zentraler, flexibler Datenspeicher innerhalb Ihrer Infrastruktur. Da die Entitäten vollständig entkoppelt agieren, können über die Flows Daten aus unterschiedlichsten Quellen entgegengenommen, strukturiert zwischengespeichert und über völlig andere Protokolle oder Drittsysteme weitergegeben werden.
So ist es beispielsweise problemlos möglich, eingehende Einsatzdaten im proprietären WDX3-Standard zu parsen, Einsatzdaten, Status oder relevante GPS-Koordinaten als “Thing” abzuspeichern und diese Informationen im selben Atemzug via Flow an einen externen MQTT-Broker (z. B. für Smart-Home-Ansteuerungen im Gerätehaus oder nachgelagerte Drittsysteme) weiterzuleiten. GroupAlarm Things dient hierbei als universelles Bindeglied zwischen Ihren Schnittstellen. Sie entscheiden, welches Set an Daten gespeichert und weitergegeben wird.
Kostenlos bis 100 Einträge
Das Feature steht ab sofort in Ihrer Organisation zur Verfügung. Eine detaillierte Dokumentation der API-Schnittstelle zur Anbindung eigener Systeme finden Sie in unserem Entwickler-Bereich. Bis zu 100 Einträge sind kostenfrei - Details zur weiteren Kostenstruktur finden Sie in Ihrem Account.
Praxisbeispiele für die Anwendung
Um die Vielseitigkeit von GroupAlarm Things zu verdeutlichen, zeigt die folgende Übersicht konkrete Objekte, Messwerte und Aufgaben aus der Praxis. All diese „Things“ lassen sich automatisiert per API abgleichen, auf Dashboards oder Karten visualisieren und stoßen bei Statuswechselen oder Fristenablauf selbstständig Prozesse an.
BOS (Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben)
- Dynamische Live-Daten (Alarmauslöser): Fluss-Pegelstände, Rauchentwicklung, Hitzeentwicklung, Glatteisbildung, Straßenzustände, Kohlenmonoxid-Konzentration, Unwetterwarnungen, Ausfall von Digitalfunk-Basisstationen, Sabotagealarme, Kapazitätsgrenzen-Überschreitung, Füllstände, mobile Pegel, Auslösung mobiler Hochwasserschutzwände, Schrankenöffnungen, Verkehrsmeldungen
KRITIS (Kritische Infrastrukturen, Krankenhäuser & Industrieunternehmen)
- Dynamische Live-Daten (Alarmauslöser): Sauerstoffmangel im Haupttank, Ausfall der Notstromversorgung, kritische Serverraumtemperaturen, kritische Medikamentenkühlschrank-Temperaturen, Druckabfälle in Gas-Pipelines, Ausfallmeldungen von Bahnsignalen, Einbruchsalarme, Sabotagealarme, Wassereinbruch, Chlorgas-Austrittswarnungen, Füllstands-Mindestgrenzen, Frequenzabweichungen im Stromnetz, Druckverlust in OP-Lüftungsanlagen, kritische Gefahrgut-Füllstände, Ammoniakleckagen, Gasleckagen, Flüssigkeitsaustritt in Auffangwannen, Maschinenausfälle, Auslösung von Not-Aus-Schaltern, unberechtigte Zutrittsverletzungen, Brandmeldealarme, Ausfall von Löschwasser-Sprinklerpumpen
Organisatorische Verwaltungsaufgaben & Fristen
- Administrative Abläufe (Aufgabensteuerung): Ablaufende TÜV- und HU-Termine, fällige UVV-Prüfungen von Fahrzeugen, medizinische Mindesthaltbarkeitsdaten (MHD) von Verbandstoffen, fällige Atemschutztauglichkeiten (G26.3), anstehende Eichtermine für Probenmessgeräte, Reinigungszyklen von Einsatzkleidung, fällige Funktionsprüfungen von Notstromaggregaten, Ablauf von Funklizenzen, anstehende Hydrantenprüfungen, offene Mitgliedsanträge, Verwaltung von Spontanhelfern, Besprechungsprotokolle, ToDo-Listen